Tierarzt Wiesentheid – #WirBleibenZuhause

Der US-Bundesstaat Hawaii und der Inselstaat Palau im Pazifik haben beschlossen, Sonnenschutzmittel mit den chemischen UV-Filtern Octinoxat und Oxybenzon gesetzlich zu verbieten. Palau ab 2020, Hawaii ab 2021.

 

Chemische Filter-Stoffe

Diese UV-Filter aus chemischen Stoffen schädigen das Erbgut von Fischen und sind Gift für Korallenriffe. Das haben italienische Meeresbiologen im Auftrag der EU-Kommission schon 2008 festgestellt. Sie fanden heraus, dass diese Inhaltsstoffe als gängige UV-Filter zwar die Haut vor Sonnenbrand schützen, dafür aber zum ökologischen Ungleichgewicht des Meeres beitragen. Die Chemikalien sind mitverantwortlich für die Korallenbleiche. Ihr glaubt es kaum, es waren so viele Menschen zum Schnorcheln und Baden in den Gewässern der Hawaii-Inselkette, dass jährlich um die 14.000 Tonnen Sonnencreme ins Wasser abgegeben wurden! Man setzt jetzt auf LV-A und LV-B mit mineralischem Lichtschutz.

Mineralische Filter-Stoffe

Bei diesen Sonnencremes bestehen die UV-Filter aus Mineralstoffen, etwa aus Titandioxid oder Zinkoxid. Sie bilden auf der Haut eine Schutzschicht, die die Sonnenstrahlen wie winzige Spiegel reflektieren. So können die UV-Strahlen unsere Haut gar nicht erst erreichen, sondern werden in andere Richtungen abgelenkt. Vielleicht kennt ihr so eine Sonnencreme schon. Dann wisst ihr, dass sie oft einen weißen Film auf der Haut hinterlässt, der nur sehr langsam einzieht. Weil viele Leute das lästig finden, haben die Hersteller reagiert: Sie haben die Mineralteilchen sehr stark verkleinert. Umstritten ist dabei, wie klein die Partikel sein dürfen, die dabei entstehen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht da ein „membrangängigesProblem.

Membrangängige Filter-Stoffe

Teilchen, die kleiner sind als 100 Nanometer (d.h. ein Zehntausendstel Millimeter), werden nach einer EU-Regelung als Nanoteilchen bezeichnet. Sie finden sich in konventionellen Sonnencremes mit Chemie-Filter genauso wie in einigen mineralischen Bio-Sonnencremes, dort vor allem als Titandioxid in Nanoform. Sie sind besonders effektive UV-Filter die das Sonnenlicht reflektieren. Einige Produkte enthalten nun so winzige UV-Filter Partikel, dass sie nur noch im sog. Nanobereich liegen – und sich die Frage stellt, ob in Sonnencreme enthaltene Nanopartikel durch eine gesunde Haut dringen können. Zum Glück ist einem Sonnenschutzmittel leicht anzusehen, ob es Nanopartikel enthält: Seit Juli 2013 müssen Nanomaterialien, die für Kosmetika hergestellt wurden, in der Inhaltsstoffliste den Zusatz „(nano)“ tragen.

Nach derzeitigem Wissensstand wird Titandioxid aus Sonnencreme wohl nicht über die Haut aufgenommen, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) im Mai 2020 mitteilte. So ist Titandioxid aber in Sonnensprays beispielsweise verboten, damit es nicht eingeatmet werden kann. Die WHO hat Nano-Titandioxid als möglicherweise krebserregend beim Menschen eingestuft.

Du solltest deshalb bei Sonnenschutz-Mittel mit Titandioxid und Zinkoxid darauf achten, dass die Partikel größer sind als im Nanobereich. Also: „Wenn in die Sonne, dann nur mit mineralischen Bio-Sonnencremes ohne Nanopartikel.“

 

Dahemm is ’s a schee!

Halten Sie trotzdem Abstand.
Ihr Tierarzt Wiesentheid

Quelle: Die Quellen sind nicht 1:1 übernommen, sondern von uns eigenständig und verständlich interpretiert bzw. aufbereitet:
Hawaii-Inselkette. In: [https://de.wikipedia.org/wiki/Inselkette]. Letzter Zugriff am 25.03.2020;
Kathrin Grau, abenteuer-regenwald. In: Umwelthelden e. V. [https://www.umwelthelden.org/]. Letzter Zugriff am 20.03.2020;
mylife media Offenburg. In: mylife 2. 15. Januar 2020 B. S. 12;
Informationen zu Nanomaterialien und Nano-Sicherheitsforschung, TiO2. [https://www.nanopartikel.info/nanoinfo/materialien/titandioxid];
Redaktion utopia. 10. Mai 2020. [https://utopia.de/ratgeber/was-taugen-bio-sonnencremes-wirklich-mineralisch-uv-filter-nano-lichtschutzfaktor/];
Robby Beyer. 2016. [https://www.beyer-soehne.de/nanopartikel-in-der-sonnencreme/#uv-filter];
Tierarzt Wiesentheid. Eigene Recherche 2019, redigiert Apr. 2020. Stand 12. Juni 2020.
Bildnachweis: Salvador Martin Yeste | Lizensiert via Unsplash

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